No zum Jazz!

Februar 25th, 2012 von Jazz or No

Liebe Jazz or no-Fans,

das Projekt “Jazz or no” ist derzeit – genauso wie der Studiengang für Jazz- und Popularmusik an der HfMDK Frankfurt – bis auf weiteres auf Eis gelegt :-(

Leider haben wir weder vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Hessen noch von der Stadt Frankfurt ein Statment erhalten.  Dorthin hatten wir die rund 600 Unterschriften gegen die Schließung des Jazz- und Pop-Studienganges an der Hochschule geschickt.

Diese und unsere Facebook-Seite “jazz or no” bleibt weiterhin bestehen, wird aber nicht mehr aktualisiert. Sollte sich in nächtser Zeit doch etwas tun, wird sie wiederbelebt.  Würde  sich eine engagierte Gruppe finden, die dem Projekt wieder Leben einhauchen  möchte und das nötige Engagement mitbringt, freuen wir uns auf Zuschriften: mail@jazz-or-no.de

Das Jazz or no – Team dankt allen für ihre Unterstützung!!

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Jazz or no – eine Zusammenfassung

Oktober 27th, 2011 von Jazz or No

Zur Ausbildungssituation junger Jazzmusiker in Frankfurt

Der Jazz nimmt in Hessen seit jeher eine herausragende Position im Kulturbetrieb ein: Das Albert-Mangelsdorff-Archiv in Frankfurt, das Jazz-Institut in Darmstadt oder die Bigband des hr – dies sind nur wenige Beispiele, die die Vielfalt in diesem Bereich dokumentieren. Auch kann man als Jazzmusiker in Hessen so Einiges an Fördermöglichkeiten erhalten. Neben der Open-Air-Konzertreihe „Jazz im Hof“, unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, gibt es den „hessischen Jazzpreis“, der in diesem Jahr an den 71-jährigen Klarinettisten und Bandleader Reimer von Essen ging. Jüngere Musiker können z. B. vom Arbeitsstipendium Jazz der Stadt Frankfurt profitieren. Auch der Verein „Kultur in der Fabrik e. V.“ veranstaltet das Projekt „jazzlab“, bei dem Vertreter der alten Garde jeweils eine Nachwuchsformation coachen und sie anschließend bei einem Konzert auf der Bühne präsentieren. Nun stellt sich die Frage, die zwangsläufig gestellt werden muss: Wo kommen diese, vor allem jungen, Jazzmusiker her?

"Jazzstadt" Frankfurt am Main

Die alten „Mucker“, die früher die hiesige Jazz-Szene     aufmischten, haben oft schon ihren Zenit überschritten. Doch warum sind eigentlich junge Talente so rar? Gibt es zu wenig Anreize für den musikalischen Nachwuchs? Fehlt die Förderung? Immerhin existierte 1928 bis 1933 in Frankfurt die erste Jazzklasse bundesweit.

Die einzige staatliche Hochschule in Hessen, an der ein derartiges Studium möglich wäre, ist die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Hier sollte es also auch – so könnte man meinen – einen adäquaten Studiengang geben, der Jazz-Talente fördert und neue Fachgrößen heranbildet. In den 1990er Jahren gab es dort immerhin einen Aufbau-Studiengang „Jazz- und Popularmusik“ unter der Leitung des bedeutenden Jazz-Vibraphonisten und -Pianisten Professor Karl Berger, der die maßgeblichen Entscheidungen traf. Die Jazzausbildung war umfassend und stieß auf regen Zuspruch. Von vielen Studenten wurde gerade die pädagogische Zusatzqualifikation sehr geschätzt. Die Studierenden brachten zumeist eine klassische Musikausbildung mit. Auf dem vielseitigen Stundenplan standen ein instrumentales Hauptfach, ein Nebenfach, Jazzgeschichte, Methodik und Didaktik, Harmonielehre und Gehörbildung, Ensemblearbeit, Tonstudio, Bigband und Arrangement-Unterricht. Bei einer durchschnittlichen Dauer von 4-5 Semestern konnte zum Schluss durch eine Prüfung ein Diplom erworben werden. Eine Umfrage unter damaligen Studenten ergab, dass alle Befragten die Ausbildung im Nachhinein als sehr lohnenswert betrachten. Viele von ihnen wenden heute in ihrem Alltag als Musiker oder Musiklehrer das im Jazz-Studiengang Erlernte häufiger an als das aus dem klassischen Bereich. Manche arbeiten ausschließlich im Bereich Jazz- und Popularmusik.
Doch durch das Ausscheiden Professor Bergers im Jahre 2000 veränderte sich die Situation grundlegend. Seine Stelle wurde zwar erneut ausgeschrieben, jedoch nie wieder besetzt, der gesamte Studiengang auf Anordnung der Hochschule „eingefroren“ – bis einige Lehrende der Jazz-Abteilung beschlossen, in einer Art Eigeninitiative den so genannten Weiterbildungsstudiengang „Jazz- und Popularmusik“ ins Leben zu rufen. Was war nun anders?

Die jetzigen Teilnehmer sind weder immatrikuliert, noch genießen sie sonstige Vorzüge eines Studentenstatus’, wie beispielsweise ein Semesterticket der Frankfurter Verkehrsbetriebe. Trotzdem kommen viele von weit her – Teilnehmer aus Köln oder München sind keine Seltenheit. Die Inhalte sind jedoch bis auf 11 Semesterwochen geschrumpft. Die Kosten: 3000 Euro für 4 Semester. Am Ende erhalten sie kein Diplom, sondern lediglich ein Zertifikat.
Was nahezu gleich geblieben ist, sind die Dozenten. Hier lehren renommierte und international tätige Musiker, wie der Gitarrist Prof. Michael Sagmeister, der Pianist Prof. Christoph Spendel, der Posaunist Allen Jacobson, die Sängerin Annette Marquard oder der Jazz-Geiger und Musikwissenschaftler Dr. Gerhard Putschögl. Allein in dieser hochkarätigen Besetzung steckt eine Menge ungenutztes Potential. Dass die Jazzausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst nämlich Früchte trägt, ist unverkennbar. Ehemalige und aktuelle Studenten der Hochschule kommen offenbar viel rum – und gewinnen Preise. Gewinnerin des Arbeitsstipendiums Jazz der Stadt Frankfurt 2007 und ihres Zeichens Absolventin des ehemaligen Aufbaustudienganges Jazz- und Popularmusik ist beispielsweise die Pianistin Yelena Jurayeva. In den Folgejahren spielten Sprösslinge der Hochschule in den Gewinner-Ensembles mit – ganz nebenbei wandern letztere nun in Städte anderer Bundesländer ab, um dort Jazz studieren zu können.
Anfang dieses Jahres hat die Hochschule beschlossen, auch den Weiterbildungsstudiengang zu streichen, mit der Begründung, seit 2009 unterliegen die Hochschulen dem so genannten „Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation“ der Europäischen Kommission. Damit falle, so Kanzlerin Angelika Gartner, die staatliche Finanzierung von wirtschaftlicher Tätigkeit unter das Beihilfeverbot, während die staatliche Förderung von nichtwirtschaftlicher Tätigkeit weiter zulässig bliebe. Infolgedessen müssten die Hochschulen beide Tätigkeitsformen in Bezug auf Kosten und Finanzierung eindeutig voneinander trennen. Das Weiterbildungsangebot sei demnach eine „wirtschaftliche“ Tätigkeit, die nicht subventioniert werden dürfe. Zudem habe leider die Prüfung der Finanzsituation des Studiengangs ergeben, „dass dieser Studiengang in nicht unerheblichem Maß durch öffentliche Mittel subventioniert wird und eine Änderung dieser Lage ohne massive Steigerung der Studiengebühren nicht möglich ist.“ Ein Beleg über die Finanzierung wurde nicht vorgelegt. Den Vorschlag einiger Studenten in einem Gespräch mit Präsident Rietschel, das bereits 2009 erfolgte, entsprechende Förderungsmöglichkeiten zu beantragen, wies dieser ohne Begründung ab. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang auch, dass Studenten der genannten Fachrichtung die von der Hochschule zur Verfügung gestellten Leistungen stets beklagten, z. B. was die Zuweisung der Räumlichkeiten etc. betraf.

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt

“Nach intensiver Beratung der Angelegenheit“ hatte man jedoch dann doch genehmigt, „den derzeitigen Studierenden den Abschluss zu ermöglichen und den Studiengang bis einschließlich Sommersemester 2012 für Sie fortzuführen.” Hierfür entschied sich die Hochschule, nachdem die Studierenden in einem Gespräch nachdrücklich darum gebeten und geschildert hatten, welche einschneidenden Folgen die Einstellung des Studiengangs für jeden von ihnen persönlich hätte. Nicht nur mit der Streichung des Aufbaustudienganges, sondern nun auch mit der des Weiterbildungsstudienganges wurde interessierten Talenten die letzte Möglichkeit genommen, an einer hessischen Hochschule Jazz studieren zu können. Die Initiative „jazz or no“ hat sich zum Ziel gesetzt, die professionelle Jazz-Ausbildung wieder nach Hessen zu holen und setzt sich für die Wiedereinführung eines Studienganges Jazz und Popularmusik in Frankfurt ein. Die Zahl der Unterschriften befindet sich derzeit bei 560. Neben Institutionen der Frankfurter Musikszene haben bekannte Musikerinnen und Musiker aus dem In- und Ausland unterschrieben, um ihrerseits Zeichen zu setzen.

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Jazz und Pop müssen draußen bleiben

Februar 9th, 2011 von Jazz or No

Die Hochschule nimmt Stellung – wir auch!

Nun ist es definitiv: Am 7.2. verkündete die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt in einer Pressemeldung das Ende des Weiterbildungsstudienganges Jazz und Popularmusik. Die Rechtslage sei eindeutig: Die Hochschulen unterliegen dem „Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation“ der Europäischen Kommission. Dieser stelle die staatliche Finanzierung oder versteckte Subventionierung von wirtschaftlicher Tätigkeit – dazu gehöre auch Weiterbildung – unter das Beihilfeverbot. Als Weiterbildungsangebot dürfe der Studiengang Jazz- und Popularmusik  deshalb nicht subventioniert werden. Die Hochschulleitung bedauere diese Entscheidung, hatte sie doch erst vor 5 Jahren den Studiengang eingeführt, da sie von Qualität und Sinn des Studiengangs überzeugt gewesen sei.

Die Hochschule hatte den Weiterbildungsstudiengang Jazz und Popularmusik 2005 auf das wiederholte Insistieren einiger Lehrenden hin „eingeführt“.  Zuvor hatte sie jedoch den bis 2000 existierenden gleichnamigen Aufbaustudiengang abgeschafft .  Fünf Jahre, in denen nichts passierte.  Der Weiterbildungsstudiengang stellte also ohnehin nur eine geduldete „Zwischenlösung“ und niemals einen Ersatz für den vorherigen Aufbau- oder gar grundständigen Studiengang dar. Finanziert hat er sich im Wesentlichen über die Beiträge der Studentinnen und Studenten. Immerhin: Die jetzigen Studierenden dürfen –  dank Eigeninitiative und Darlegung ihrer Motivation –  ihr Studium bis 2012 fortführen und es regulär beenden. Aber zeigt diese  Reaktion nicht auch, dass hinsichtlich der Auslegung der erwähnten Richtlinien vielleicht doch noch ein gewisser Spielraum bestünde?

Wir, die Initiative „jazz or no,“ setzt den Fokus auf  die Wiedereinrichtung des (Aufbau-)Studienganges . Sicherlich ist der Weiterbildungsstudiengang ein sinnvolles und ergänzendes Angebot und sollte auch weiterhin bestehen, da er Anlaufstelle für Weiterbildungswillige deutschlandweit ist.

Die Hochschule zeigt sich nun pikiert über die von außen kommende Kritik, sie schade damit dem Ruf Frankfurts als Jazzstadt. Daher vermag sie „bei allem Selbstbewusstsein nicht zu erkennen, wie die Bedeutung der Jazzstadt Frankfurt durch die Einstellung des Weiterbildungsstudienganges gefährdet werden könnte“. Dabei ginge es doch gerade mal sechs Studenten.

Im Moment befinden sich insgesamt 16 Studentinnen und Studenten (2 Jahrgänge) aus den unterschiedlichsten Städten Deutschlands im Weiterbildungsstudiengang, wie z. B. Berlin, Koblenz oder Freiburg. Wen mag es wundern, dass es potentielle Studierende aufgrund der vorherrschenden Verhältnisse nun eher in andere Städte zieht?  Städte, in denen man ein reguläres Jazzstudium absolvieren kann und in denen der Jazz von Seiten der Hochschule unterstützt wird?

Bigband der HfMDK, die beim Jazz-Festival 2011 auch ohne Jazz-Abteilung mit enormen Können (und einigen Aushilfen) aufwartete

Vom Stellenwert für des Jazz für die Hochschule hätte man sich beim diesjährigen 5. „Jazzfest an der HfMDK” überzeugen können –  auch ein freiwilliger Beitrag der Hochschule zum Kulturleben der Stadt Frankfurt, der auf erfreulich großes öffentliches Interesse stieß.

…ein Hauptsponsor machte es möglich! (Das wäre doch übrigens auch eine wunderbare Möglichkeit für den Studiengang, oder nicht? )… Wenn die Hochschulleitung selbst auf den Konzerten des Festivals  präsent gewesen wäre, hätte sie vielleicht mitbekommen, wie von Seiten (internationaler Gast-)Musiker mehrmals  das Nichtvorhandensein eines Jazz-Departements bedauert wurde.

Wer nun  auf der Homepage der Hochschule die zitierte Pressemitteilung/ Stellungnahme sucht, tut dies vergebens:  Sie wurde einen Tag nach der Veröffentlichung aus dem Netz genommen. Anstatt dessen prangt nun dort unter dem Titel „Bockenheim 2015! Neuer Kultur Campus mit der HfMDK mittendrin“ eine Mitteilung über den neuen Kultur Campus Bockenheim.  Stadt und Land haben endlich entschieden. Das jahrelange und hartnäckige Ringen um den Neubau habe sich somit gelohnt! Denn für die Hochschule eröffneten sich mit dieser Perspektive einzigartige Entwicklungschancen – aber auch für die Stadt und die Region: Durch die Kooperation zahlreicher Kulturinstitutionen und Ensembles werde mitten in Frankfurt ein Kulturzentrum mit großer internationaler Ausstrahlung entstehen.

Müssen Jazz und Pop bald draußen bleiben? (Uni-Campus Westend)

Wir gratulieren der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst herzlich für diesen wohl verdienten Erfolg. Schade, dass auf dem Kultur-Campus  Jazz und Pop nicht „mittendrin“ sein darf. Vielleicht  hätte man  gemeinsam mit den anderen Institutionen zur künstlerischen Vielfalt und anregenden Kommunikation untereinander beitragen können?

Denn eigentlich sollten weder einzelne Kunstformen, noch verschiedene Musikstile sich gegenseitig versperren, sondern voneinander profitieren. Vielleicht wäre eine Veranstaltung mit Alter Musik und Jazz doch mal ganz spannend? – auch hinsichtlich der Entwicklung für Stadt und Region.

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Sie möchten unsere Aktion unterstützen? Hierfür ist es noch nicht zu spät? Unter dem Button “Unterschriftenliste” können Sie sich auf unserer Liste eintragen und dafür sorgen, dass Frankfurt vielleicht wieder zurecht den Titel Jazzstadt trägt.

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Galgenfrist für Weiterbildungsstudiengang Jazz und Pop

Februar 6th, 2011 von Jazz or No

Neues aus der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt:

Wie uns ein Student des Weiterbildungsstudienganges mitteilte, hat die Hochschulleitung “nach intensiver Beratung der Angelegenheit beschlossen, den Studierenden den Abschluss zu ermöglichen und den Studiengang bis einschließlich Sommersemester 2012 für Sie  fortzuführen”. Hierfür entschied man sich, nachdem die Studierenden in einem Gespräch nachdrücklich darum gebeten und geschildert hatten, welche einschneidenden Folgen die Einstellung des Studiengangs für jeden von ihnen persönlich hätte.

Wenngleich diese positive Wendung erfreuen mag, so drängt sich sofort die Frage auf, was passiert danach? Offenbar handelt es sich für den  Weiterbildungsstudiengang Jazz und Popularmusik nur um eine weitere Galgenfrist, bis er endgültig gestrichen wird.

Die Initiative “jazz or no” macht sich für den Erhalt des (Aufbau-) Studiengangs Jazz und Popularmusik in Frankfurt am Main stark und reagiert mit einer Unterschriftenaktion. Die Zahl der Unterschriften ist bereits auf über 500 geklettert. Wir bitten weiterhin alle Sympathisantinnen und Sympathisanten, uns tatkräftig zu unterstützen.

Weitere Informationen zu den Hintergründen und Unterschriftenliste auf dieser Website.

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Europa kontra Jazz?

Januar 23rd, 2011 von Jazz or No

Musikhochschule streicht den Weiterbildungsstudiengang  Jazz- Popularmusik

In der Musik-Szene ist schon lange bekannt, wie es um den Jazz-Nachwuchs in Frankfurt bestellt ist. Doch nicht genug, dass es  an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt keinen Studiengang Jazz und Popularmusik mehr gibt. Jetzt soll auch noch der bisher „tolerierte“ Weiterbildungsstudiengang sein jähes Ende finden. In einem offiziellen Brief teilte die Kanzlerin, Angelika Gartner, den Studentinnen und Studenten mit, „dass die Hochschulleitung entschieden hat, den Studiengang Jazz und Popularmusik einzustellen.“ Dies sei sehr bedauerlich, die Entscheidung jedoch unvermeidbar.

Natürlich gibt es hierfür eine einleuchtende Begründung: Seit 2009 unterliegen die Hochschulen dem so genannten „Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation“ der Europäischen Kommission. Damit falle, so Gartner, die staatliche Finanzierung von wirtschaftlicher Tätigkeit unter das Beihilfeverbot, während die staatliche Förderung von nichtwirtschaftlicher Tätigkeit weiter zulässig bliebe. Infolgedessen müssten die Hochschulen beide Tätigkeitsformen in Bezug auf Kosten und Finanzierung eindeutig voneinander trennen. Das Weiterbildungsangebot sei demnach eine „wirtschaftliche“ Tätigkeit, die nicht subventioniert werden dürfe. Und leider, leider habe auch noch die Prüfung der Finanzsituation des Studiengangs ergeben, „dass dieser Studiengang in nicht unerheblichem Maß durch öffentliche Mittel subventioniert wird und eine Änderung dieser Lage ohne massive Steigerung der Studiengebühren nicht möglich ist.“

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Tönt bald kein Jazz mehr durch die heilgen Hallen? [Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main

Auf Deutsch gesagt, dem Studiengang steht das unmittelbare Aus bevor. Immerhin: Die Studentinnen und Studenten des Abschluss-Semesters dürfen ihre Ausbildung auf dem herkömmlichen Wege beenden. Für die anderen, die gerade erst im letzten Jahr begonnen haben, heißt es in die Röhre gucken. Eine Fortsetzung des Studiengangs bzw. des Unterrichts über den 30.06.2011 hinaus sei von Seiten der Hochschule nicht möglich. Ganz zu schweigen von den Dozentinnen und Dozenten, deren Lehrtage nun gezählt sind.

Der Weiterbildungsstudiengang Jazz- und Popularmusik an der  Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt war auf Gesuch einiger Lehrenden der Jazz-Abteilung hin eingerichtet worden, nachdem die Hochschule den gleichnamigen Aufbaustudiengang sang- und klanglos abgeschafft hatte. Finanziert wurde dieser im Wesentlichen ohnehin durch die Beiträge der Studentinnen und Studenten. Der Weiterbildungsstudiengang war bislang die letzte Möglichkeit – wenngleich nur  unter eingeschränkten Bedingungen – an einer hessischen Hochschule Jazz und Popularmusik zu studieren. Mit der Streichung des Weiterbildungsstudienganges wird Hessen künftig nicht nur auf den Studiengang , sondern auch auf einige Jazz-Talente mehr verzichten müssen.

Weitere Informationen zu den Hintergründen in unserem Artikel Jazz auf Eis auf dieser Website (siehe unten).

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Jazzstadt Frankfurt?

Oktober 23rd, 2010 von Jazz or No

In der aktuellen Ausgabe des Journal Frankfurt (22/2010, Rubrik Downtown) fragt Journalist Detlef Kinsler in seinem Artikel “Jazzstadt Frankfurt?”:

Köln? Berlin? Gar Bremen? Welche die Jazzstadt Nr.??1 in Deutschland ist, kann nicht so einfach beantwortet werden. Aber klar ist: Frankfurt wurde der Rang abgelaufen!

Hier könnt Ihr den Artikel anschauen (pdf):

Jazzstadt Frankfurt?

(Mit freundlicher Genehmigung des Autors)

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Jazz or no auf Facebook

Oktober 20th, 2010 von Jazz or No

Viele von Euch haben darauf gewartet, einige von Euch wird es überraschen.  Doch endlich ist es soweit: Jazz or no – die Initiative zur Wiedereinrichtung des Aufbaustudienganges Jazz- und Popularmusik in Frankfurt am Main hat nun eine Seite auf dem größten sozialen Netzwerk der Welt, FACEBOOK.  Auf der Seite mit dem Titel “Initiative jazz or no” bieten wir ein Forum für alle, die sich aktuell  in unseren Diskussionsrunden austauschen  oder sonstige Statements zum Thema loswerden möchten. Ebenso informieren wir Euch regelmäßig über aktuelle Aktivitäten unserer Initiative.

Natürlich möchten wir mit dieser Seite auch einen weiteren Zuwachs an Unterschriften auf unserer Liste erreichen. Also, liebe Jazz-or-no-Sympathisanten…kommt in unsere jazz or no-Community und helft uns, unsere Message nach außen zu tragen!

Wir freuen uns auf den konstruktiven Austausch mit Euch!

Viele Grüße Euer Jazz or no – Team

um auf  die Seite zu gelangen bitte hier oder das Logo klicken!

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Jazz auf Eis

September 14th, 2010 von Jazz or No

Zur Ausbildungssituation junger Jazzmusiker in Frankfurt

Was New Orleans für die Amerikaner ist, das ist Frankfurt für die Hessen: Jazzstadt schlechthin. Als eine der Stadtgrößen gilt zweifellos der Posaunist Albert Mangelsdorff. Der Nachlass  einer der Jazzlegenden Deutschlands wird seit 2005 am Ort seines einstigen Schaffens aufbewahrt – ein Beitrag zum kulturellen Erbe, auf das die Stadt Frankfurt erhobenen Hauptes blickt.

Jazz-Legende Albert Mangelsdorff © schindelbeck.org

In der Jazzgeschichte Deutschlands nimmt Frankfurt seit den 1920er Jahren eine bedeutende Rolle ein. Von 1928 bis 1933 existierte am Dr. Hoch’schen Konservatorium, das seinerzeit den Status einer Musikhochschule hatte, die erste Jazzklasse bundesweit. Zu dieser Zeit ein Skandal. Man befürchtete eine „Verniggerung der Musik”. Doch trotz erheblicher Widerstände durch das herannahende Nazi-Regime stand der künstlerische Leiter des Konservatoriums, Bernhard Sekles, stets hinter den jungen Jazzmusikern. Er fand, etwas Triebhaftes müsse in die Musik hinein, etwas Gelöstes und Freies. Und nicht zuletzt lasse sich mit dieser Art von Musik Geld in der Unterhaltungsbranche verdienen. Nach dem Krieg entwickelte sich allmählich eine Anzahl an Institutionen, die Frankfurt zum inoffiziellen Titel „Jazzhauptstadt der Republik“ verhalfen. Der älteste deutsche Jazzkeller wurde 1952 hier gegründet und das älteste regelmäßig stattfindende Jazzfestival weltweit, das Deutsche Jazzfestival, ein Jahr später ins Leben gerufen.

Heute noch können sich Land und Leute hessenweit mit international herausragenden Jazzmusikern rühmen. Doch die Tage, an denen sich Frankfurt bedenkenlos als Hauptstadt des Jazz bezeichnen durfte, scheinen gezählt. Die alten „Mucker“, die früher die hiesige Jazz-Szene aufmischten, haben oft schon ihren Zenit überschritten. Junge Talente sind rar. Mancherorts fragt man sich, woran das wohl liegen mag? Gibt es zu wenig Anreize für den musikalischen Nachwuchs? Fehlt die Förderung?

Was jedem wohl unweigerlich in den Sinn kommt, wenn er an die Förderung und Weiterentwicklung junger Musiker denkt, ist ein entsprechendes Studium an einer Hochschule. In Frankfurt steht die landesweit einzige staatliche Brutsstätte,  in der das möglich ist:  die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Hier sollte es also auch – so könnte man meinen – einen adäquaten Studiengang geben, der Jazz-Talente fördert und neue Berühmtheiten nachzüchtet, auf die man künftig stolz sein kann. Nicht so in Frankfurt.

"Jazzstadt" Frankfurt am Main

In den 1990er Jahren gab es dort den Aufbau-Studiengang „Jazz- und Popularmusik“ unter der Leitung des bedeutenden Jazz-Vibraphonisten und -Pianisten Professor Karl Berger, der die maßgeblichen Entscheidungen traf. Die Jazzausbildung war umfassend und stieß auf regen Zuspruch. Von vielen Studenten wurde gerade die pädagogische Zusatzqualifikation sehr geschätzt.

Bei Studienantritt hatten die Studierenden zumeist eine klassische Musikausbildung in der Tasche und erweiterten ihren Horizont durch gezielte Exerzitien im Bereich Jazz und Popularmusik. Auf dem vielseitigen Stundenplan standen ein instrumentales Hauptfach, ein Nebenfach, Jazzgeschichte, Methodik und Didaktik, Harmonielehre und Gehörbildung, Ensemblearbeit, Tonstudio, Bigband und Arrangement-Unterricht. Studieren war natürlich kostenfrei – die Finanzierung übernahm großzügig die Hochschule. Bei einer durchschnittlichen Dauer von 4-5 Semestern konnte zum Schluss durch eine Prüfung ein Diplom erworben werden. Eine Umfrage unter damaligen Studenten ergab, dass alle Befragten die Ausbildung im Nachhinein als sehr lohnenswert betrachten. Viele von ihnen wenden heute in ihrem Alltag als Musiker oder Musiklehrer das im Jazz-Studiengang Erlernte häufiger an als das aus dem klassischen Bereich. Manche arbeiten ausschließlich im Bereich Jazz- und Popularmusik.

Soweit so gut. Doch durch das Ausscheiden Professor Bergers im Jahre 2000  veränderte sich die Situation grundlegend. Seine Stelle wurde zwar erneut ausgeschrieben, jedoch nie wieder besetzt, der gesamte Studiengang auf Anordnung der Hochschule eingefroren…Bis  einige Lehrende der Jazz-Abteilung beschlossen, in einer Art Eigeninitiative den so genannten Weiterbildungsstudiengang „Jazz- und Popularmusik“ ins Leben zu rufen. Was war nun anders?

Die jetzigen Teilnehmer sind weder immatrikuliert, noch genießen sie sonstige Vorzüge eines Studentenstatus’, wie beispielsweise ein Semesterticket der Frankfurter Verkehrsbetriebe. Trotzdem kommen viele  von weit her – Teilnehmer aus Köln oder München sind keine Seltenheit –, um den Unterricht in Anspruch  zu nehmen. Die Inhalte sind bis auf ein Minimum geschrumpft. Mit 11 Semesterwochen und einer abgespeckten Form ohne Nebenfach oder pädagogische Inhalte müssen sie sich zufrieden geben. Nach vier Semestern ist der Spaß vorbei. Und das nicht nur, weil die Kosten kaum zu stemmen sind. Schlappe 3000 Euro für 4 Semester muss ein jeder berappen, damit sich der Studiengang  irgendwie von selbst finanziert. Um eine Abschluss-Prüfung kommen sie zwar herum, doch bleibt dafür ein Diplom aus.

Was nahezu gleich geblieben ist, sind die Dozenten. Hier lehren renommierte und international tätige Musiker, wie der Gitarrist Prof. Michael Sagmeister, der Pianist Prof. Christoph Spendel, der Posaunist Allen Jacobson, die Sängerin Annette Marquard oder der Jazz-Geiger Dr. Gerhard Putschögl. Allein in dieser hochkarätigen Besetzung steckt eine Menge ungenutztes Potential. Dass die Jazzausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst nämlich Früchte trägt, ist unverkennbar. Ehemalige und aktuelle Studenten der Hochschule kommen offenbar viel rum – und gewinnen Preise. Gewinnerin des Arbeitsstipendiums Jazz der Stadt Frankfurt 2007 und ihres Zeichens Absolventin des ehemaligen Aufbaustudienganges Jazz- und Popularmusik ist beispielsweise die Pianistin Yelena Jurayeva. In den Folgejahren spielten Sprösslinge der Hochschule in den Gewinner-Ensembles mit.

Ganz Hessen sucht derzeit sichtlich nach sinnvollen Alternativen, um junge Jazzmusiker zu fördern. Neben dem Arbeitsstipendium Jazz, das just eine Preisgelderhöhung durch die Stadt Frankfurt erfuhr oder der Open-Air-Konzertreihe „Jazz im Hof“, unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, veranstaltet neuerdings auch der Verein „Kultur in der Fabrik e. V.“ das innovative  Projekt „jazzlab“, bei denen Vertreter der „alten Garde“ jeweils eine Nachwuchsformation coachen und sie anschließend bei einem Konzert auf der Bühne präsentieren. Alles sicher sehr lohnenswerte und perspektivenreiche Aktivitäten, um die hessische Jazz Jugend aus ihren Verstecken zu locken.

Wäre es jedoch nicht einfacher, die Jazz-Ableger an der Stelle ausfindig zu machen, an der sie gezüchtet werden könnten? Und zwar an der einzigen Hochschule, in der dies in Hessen möglich ist, nämlich in Frankfurt am Main? Was ist aus der Stadt geworden, in der die erste Jazzklasse Deutschlands für Aufregung sorgte?

Ein Herz für Jazz:

Unterstützen Sie unsere Aktion „jazz or no“

Mit der Initiative „jazz or no“ möchten wir Sie bitten, uns Ihre Stimme für eine Wiedereinrichtung des Studienganges „Jazz- und Popularmusik“ zu geben.

Sie können dies bequem – und falls gewünscht anonym – über das online Formular unter “Unterschiftenliste” auf dieser Seite tun. Dort erhalten Sie auch weitere Informationen zu „jazz or no“, wie z. B. die Stellungnahme der Hochschulleitung zu Bemühungen der Wiedereinrichtung des Studienganges.

Möchten Sie, dass sich Frankfurt wieder zu Recht „Jazzstadt“ nennen kann?

Dann geben Sie uns Ihre Stimme! Denn Jazz geht alle an!

Noch Fragen? Mailen Sie uns: mail [at] jazz-or-no [punkt] de

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jazz or no – das Konzert

Juni 8th, 2010 von Jazz or No

Frankfurt ist im WM-Fieber. Doch wohin an spielfreien Tagen? Wie wär’s mit ein bisschen Musik zwischen den Anpfiffen?

Foto: Christoph Spendel

Jazz or no, die Initiative zur Wiedereinrichtung des Aufbaustudienganges Jazz- und Popularmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt zieht ins Finale. In Kooperation mit dem Verein Kultur in der Fabrik e.V. lädt jazz or no alle Freunde guter Jazz- und Popmusik am Mittwoch, den 30. Juni um 20.30 zum Konzert in der Fabrik, Mittlerer Hasenpfad 5, Frankfurt ein.

Als Opener spielen Studenten des Weiterbildungsstudienganges Jazz und Popularmusik: Vincenzo Arcovellino (Gitarre),  Christian Hamm (Altsaxophon),  Rebecca Berg (Gesang), Tomasz Widzisz (Piano) und Jürgen Müller (Bass) [Foto von l.n.r.]

Highlight des Abends ist ein Ensemble mit Lehrenden der Hochschule, darunter Pianist und Komponist Christof Sänger, Posaunist und Sänger Allen Jacobson, die Jazz-Flötistin Isabelle Bodenseh sowie der Bassist Paul Klimashewsky. Der in der Frankfurter Jazz-Szene nicht unbekannte Musiker Martin Standke unterstützt die Bands an diesem Abend am Schlagzeug.

Jazz-Flötistin Isabelle Bodenseh

Posaunist und Sänger Allen Jacobson

Beide Ensembles bieten ein abwechslungsreiches Programm aus Jazz- und Pop-Standards sowie kreativen Eigenkompositionen. Im Anschluss an das Konzert lädt jazz or no alle Musikanten unter den Zuhörern herzlich zu einer Open Session ein. Wer also ein Instrument besitzt – und es auch beherrscht – sollte sich schon einmal warmspielen.

Tickets: www.die-fabrik-frankfurt.de, www.frankfurt-ticket.de

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Kein Jazz ohne Geld

März 12th, 2010 von Jazz or No

…ein persönlicher Erfahrungsbericht

Alles begann mit einer Unterschriftenaktion innerhalb des Weiterbildungsstudiengangs Jazz und Popularmusik im Frühjahr 2009, an der sich Dozenten und Studenten gleichermaßen rege beteiligten und welche an die Hochschulleitung gerichtet war. Auserkorenes Ziel: eine Verbesserung der derzeitigen Bedingungen und Beantwortung der bisher ungeklärten Frage, warum der damalige Aufbaustudiengang ein ach so jähes Ende nahm.

Nach mehreren Versuchen seitens der Hochschulleitung, unsere Bemühungen um ein persönliches Gespräch im Keim zu ersticken, fanden wir uns tatsächlich nach mehreren Monaten  Terminvereinbarungsmarathon im Sitzungszimmer des Präsidenten Thomas Rietschel wieder.  Tatkräftig in unserem Anliegen unterstützt fühlten wir uns  an diesem Tag von Prof.  Sagmeister und Prof. Spendel, die konstruktiv versuchten, gemeinsam Lösungsansätze für “unser” Problem zu finden und mit unserer Meinung nach schlagkräftigen Argumenten aufwarten konnten.

Zuerst legten wir den lang gehegten Wunsch seitens Studenten und Dozenten zur Rückkehr eines Aufbau-Studiengangs vor. Präsident Rietschel war im Allgemeinen sehr freundlich, betonte allerdings insistierend, dass das Konzept der Hochschule momentan einen solchen Studiengang nicht vorsehe. Daran möchte man auch künftig nichts ändern. So steht es auch in dem uns anschließend zugesandten Protokoll geschrieben. Weiterhin macht er im Gespräch – das im Hinblick auf die Eingangsfrage eher einseitig stattfand – darauf aufmerksam, dass man die ohnehin gesetzten Schwerpunkte “Alte Musik” und “Pädagogik” an der Hochschule weiter vertiefen möchte.

Brutstätte für junge Musiker: die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main

Er persönlich habe nichts gegen Jazz. Aber leider fehle dazu der Hochschule das Geld. Geld, das man nicht habe.  Dazu müsse man schließlich eine ganze (!) Professur finanzieren.  Wir alle müssten mit den derzeitigen Kürzungen zurecht kommen, unter der gerade ein jeder leidet. Jazzmusiker hätten ohnehin schlechte Berufsaussichten.  Auf den Vorschlag, entsprechende Förderung, z. B. mit der eigens für solche Belange zur Verfügung stehenden Fundraiserin der Hochschule, zu beantragen, wolle man – Gründe wurde keine genannt – nicht eingehen.  Sowieso bewege sich die Hochschule mit diesem Studiengang, wie er jetzt existiere, “fast schon am Rande der Legalität“. Damit war das Gespräch soweit  “erledigt”. Weiterhin wurden noch inhaltliche Verbesserungsvorschläge des derzeitgen Weiterbildungsstudienganges diskutiert, wie z. B. eine Aufklärung über die vorherrschende Struktur vor Antritt des Studiums,  etwa durch eine entsprechende Darstellung in der Öffentlichkeit innerhalb von Werbemaßnahmen, oder die Möglichkeit, die hochschuleigene Bibliothek und Übungsräume  ohne Umwege nutzen zu können. Zugegeben, diese Umstände haben sich erfreulicherweise nach der Zusammenkunft positiv verändert.

Doch was ist mit der aufgekommenen Behauptung, ein Jazz- und Popularmusiker habe keine Perspektiven? Definitiv hat ein Musiklehrer an einer Staatlichen Schule die besten Verdienstmöglichkeiten und die größtmögliche Sicherheit. Daher ist ein Schwerpunkt im Fach Pädagogik an der Hochschule sinnvoll. Doch möchte nicht vielleicht auch  ein Schulmusiker seine Jazz-Pop-Kenntnisse erweitern? Das wäre zumindest in unserem heutigen Zeitalter, in dem Popularmusik einen großen – wenn nicht gar DEN größten Stellenwert – bei jungen Heranwachsenden einnimmt, keine schlechte Idee.

Hat man als Absolvent der Alten Musik tatsächlich mehr Chancen, einen Job zu finden als ein Jazzer?

Finden wir es heraus…im nächsten Beitrag….”zum Taxifahren verdammt?”

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